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Geschichte

Die Wurzeln

Die WurzelDie Region an Neckar und Fils wandelte sich im 19. Jahrhundert von der bäuerlichen Grundstruktur zu einer großen Wirtschaftsmetropole, die zu den leistungsstärksten Wirtschaftsräumen Europas zählt. Dieser Erfolg ist ohne das Handwerk nicht denkbar. An vorderster Stelle stand dabei das Maler- und Lackiererhandwerk mit einer großen Zahl leistungsfähiger Betriebe. Deren Stärke lag im Zusammenschluss zu Innungen und damit zur Durchsetzung von Gemeinschaftsaufgaben.

Ohne Innungen gäbe es keine zeitgemäße und marktorientierte Entwicklung, keine Maßnahmen zur beruflichen Aus- und Weiterbildung und keine handwerksorientierte Sozialpolitik. Nur über die Leistungsfähigkeit der Innungen entstanden Betriebe, die sich vom Alleinmeister als Farbgestalter zum heutigen Allrounder als Anwendungstechniker, Ausbilder und Kaufmann mit bewusstem Personalmanagement und gezielter Auftragsakquisition entwickeln konnten. Gerade in unserer kritisch denkenden Gesellschaft muss deutlich zum Ausdruck gebracht werden, dass es ohne Innung kein funktionierendes Maler- und Lackiererhandwerk gäbe.

Das Malerhandwerk, so zeigt sich in seiner Entwicklungsgeschichte, besitzt seit ältesten Zeiten - angefangen bei den Ägyptern über Griechen und Römer bis in die heutige Zeit - eine ebenso interessante wie charakteristische Doppeleigenschaft: Maler sind handwerklich und zugleich künstlerisch tätig. Eine strenge Unterscheidung zwischen dem Maler, der sein Können für die Aufgaben des Sachwertschutzes einsetzt und dem Maler, dessen Arbeit ins Künstlerische vorstößt, lässt sich kaum treffen, denn die Grenze zwischen Handwerk und Kunst ist fließend.

 

Der Weg bis heute

Im Jahre 1972 erfolgte in Baden-Württemberg die Umsetzung des Schulentwicklungsplanes II. Die Reform hatte zum Ziel, für alle Berufe leistungsfähige Schulstandorte zu schaffen. Für die Landkreise Esslingen und Göppingen bedeutete dies, dass die Schulstandorte für Maler und Lackierer in Esslingen und Göppingen geschlossen wurden. Ab dato gab es nur noch einen Schulstandort, der an der Gewerblichen Kreisberufsschule in Nürtingen angesiedelt und vom Schulträger großzügig ausgebaut wurde.

Zu dieser Zeit existierten in den beiden Landkreisen, nach alten Oberamtsbezirken gegliedert, die 5 selbständigen Maler- und Lackiererinnungen Esslingen, Geislingen, Göppingen, Kirchheim und Nürtingen. Um einerseits die berufliche Bildung zu stärken und andererseits als starker und verlässlicher Dualpartner aufzutreten, wurde ein Arbeitskreis gegründet, in dem sich Vertreter der fünf Innungen mit Lehren der Berufsschule in regelmäßigen Abständen treffen, um Themen und Probleme der Ausbildung zu diskutieren bzw. einer Lösung zuzuführen. Die Gründungsversammlung fand am 25.09.1976 statt. Es entwickelte sich sehr schnell eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, die zu ersten Überlegungen führte, diese gute Zusammenarbeit auch auf weitere Bereiche des Innungsgeschehens auszudehnen.

Ein erster Gedankenaustausch fand am 3. Juli 2000 im Hotel Stern in Albershausen statt. Bereits nach den ersten Besprechungen wurde eine engere Zusammenarbeit vereinbart und gemeinsame Innungsversammlungen beschlossen. Ermutigt durch ein positives Echo von Seiten der Innungsmitglieder reifte der Gedanke einer Fusion. Es folgte die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft, um im Nahziel eine verstärkte Zusammenarbeit auf den Weg zu bringen und als Fernziel den Fusionsprozess zur Gründung einer starken und zukunftsorientierten Großinnung einzuleiten. Die Umsetzung dieser Vorgaben setzten sich folgende Personen zum Ziel:
Bernhard Baum, Peter Gaiser, Otto Haubennestel, Siegfried Künstle, Wolfgang Scharpf und Rudi Schmid. In vielen Einzelsitzungen wurde ein Konzept zur Fusion und Ausgestaltung der neuen Innung erarbeitet. Besonderer Wert wurde darauf gelegt, die Vorstellungen und Gedanken junger Kolleginnen und Kollegen mit in die neue Konzeption einzubringen. Eine wichtige Forderung war dabei die Einrichtung einer eigenen Geschäftstelle.

Am 13. Februar 2006 war es soweit, im Beisein vieler Ehrenamtsträger wurde in gebührendem Rahmen der historische Schritt vollzogen. Die Maler- und Lackiererinnungen Esslingen, Göppingen-Geislingen, Kirchheim und Nürtingen fusionierten zur Maler- und Lackiererinnung Neckar-Fils. Als Obermeister der neuen Innung wurde der ehemalige Esslinger Obermeister Wolfgang Scharpf gewählt.

Zwischen den Jahren 2009 und 2018 begleitete der Esslinger Malermeister Andreas Schlesinger das Amt des Obermeisters. Seit dem Frühjahr 2018 hat Karl Grumann das Zepter in der Hand.

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