Nachruf für Dieter Hübsch Ehreninnungsobermeister
Die Maler- und Lackiererinnung Neckar-Fils trauert um Dieter Hübsch, der im Alter von 86 Jahren von uns gegangen ist. Mit ihm verliert unser Handwerk eine prägende Persönlichkeit, deren Wirken weit über seine aktive Zeit hinaus Bestand hat.
Eine Ära geht zu Ende.
Was Dieter Hübsch in über fünf Jahrzehnten für das Maler- und Lackiererhandwerk geleistet hat, kann man ohne Übertreibung als eine Ära bezeichnen – eine Ära, die von Tatkraft, Weitsicht und unermüdlichem Einsatz geprägt war.
Ein Leben für das Handwerk
1957 begann seine berufliche Laufbahn mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer. Bereits fünf Jahre später, 1962, legte er seine Meisterprüfung ab. 1967 wurde er Teilhaber der Firma Hübsch, die er 1977 schließlich übernahm – im selben Jahr, in dem das Unternehmen sein 75-jähriges Bestehen feierte. Eine Tradition, die er nicht nur weiterführte, sondern mit Leben füllte und in die Zukunft führte.
2005 übergab er das Unternehmen in die Hände seines Sohnes Achim – ein Moment, in dem sich der Kreis schloss. Die Firma, die er geprägt hatte, entwickelte sich weiter, fusionierte 2011 zur Hübsch und Vogt GmbH & Co. KG. Und auch heute noch, im Jahr 2024, trägt das Unternehmen die Handschrift von Dieter Hübsch: Die beiden Auszubildenden wurden in diesem Jahr Jahrgangsbeste und erhielten den Innungs- und Industriepreis. Was für ein Vermächtnis – was für ein Beweis, dass seine Werte weiterleben.
Innungsarbeit mit Herz und Verstand
Von 1981 bis 1994 führte Dieter Hübsch als Obermeister die Maler- und Lackiererinnung Esslingen. 13 Jahre, in denen er weit mehr tat, als nur zu verwalten. Er gestaltete. Er bewegte. Er kämpfte – für ein starkes und zukunftsfähiges Handwerk.
Ein Höhepunkt seiner Amtszeit war zweifelsohne das Jahr 1993: Die Ausrichtung des Baden-Württembergischen Maler- und Lackierertags in Esslingen und zugleich das 100-jährige Jubiläum der Innung. Mit gleich drei Ausstellungen – „Leistung in Farbe", „Maler malen im Schwörhof" und „Lebensfreude durch Farbe" – machte er deutlich, wofür unser Handwerk steht: für Qualität, für Kreativität, für Lebensfreude.
Doch sein Engagement beschränkte sich nicht auf repräsentative Aufgaben. Dieter Hübsch war dort, wo es darauf ankam: Als Ausschussmitglied in der Kreishandwerkerschaft, als langjähriges Mitglied im Arbeitskreis Innung-Schule, als Delegierter beim Landesinnungsverband, als Aufsichtsrat der Wümeg und in der Mitarbeit beim Organisationsteam der Innungssenioren. Überall dort setzte er sich mit derselben Energie, derselben Überzeugung ein.
Besonders am Herzen lag ihm die Zusammenarbeit mit den Schulen und die Weiterbildung der Kolleginnen und Kollegen. Er wusste: Ein Handwerk ist nur so stark wie die Menschen, die es ausüben. Deshalb investierte er Zeit, Kraft und Leidenschaft in die Ausbildung, in die Partnerschaft mit den Schulen, in die Förderung junger Menschen.
Ein außergewöhnlicher Mensch
Dieter Hübsch war kein Mann der leisen Töne. Er war ein Kämpfer – aber einer, der für die richtigen Dinge kämpfte. Für das Wohl des Handwerks. Für faire Bedingungen. Für Qualität und Tradition. Er hatte eine Vision von einem Handwerk, das stolz ist auf seine Wurzeln und gleichzeitig offen für die Zukunft.
Seine Weggefährten erinnern sich an einen außergewöhnlichen Menschen, der mit ganzem Herzen bei der Sache war. An jemanden, der nicht nur redete, sondern anpackte. Der nicht nur plante, sondern umsetzte. Der Spuren hinterlassen hat – in den Innungen, in den Betrieben, in den Herzen der Menschen, die mit ihm arbeiten durften.
Das Vermächtnis lebt weiter
Dieter Hübsch hinterlässt seine Frau, zwei Kinder und drei Enkelkinder sowie eine große Handwerksfamilie, die ihn vermissen wird.
Seine Ära mag zu Ende gehen – aber sein Vermächtnis lebt weiter. In der Firma Hübsch und Vogt, die auch heute noch junge Menschen ausbildet und zu Spitzenleistungen führt. In den Strukturen der Innung, die er mitaufgebaut hat. In der Erinnerung all derer, die mit ihm arbeiten durften.
Das Maler- und Lackiererhandwerk verliert eine große Persönlichkeit. Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren.